Zunahme bei außerklinischen Geburten

Zahlen sprechen für eine Trendwende hin zu mehr außerklinischen Geburten

Außerklinische Geburten – Hausgeburt und die Geburtshausgeburt – sind gesetzlich anerkannte Orte, die Frauen für die Geburt ihres Kindes wählen können. Hebammen begleiten diese Geburten. Welche Voraussetzungen die Frauen mitbringen müssen, ist in einem Kriterienverzeichnis nachzulesen und bei Hebammen zu erfragen.
Die „Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V.“ (QUAG) stellt jährlich einen Qualitätsbericht zur Verfügung. Er enthält die Zahlen für außerklinische Geburten in Deutschland.

Dem lesenswerten Bericht von 2020 entnehmen wir einige interessante Daten (in Klammern 2019):

2020 wurden 776.306 (778.090) Babys geboren (Statistisches Bundesamt)

1,8 % (1,5 %) der Geburten fanden außerklinisch statt.

16.202 (14.319) Einlinge sind dokumentiert.

84,8 % der Kinder wurden in Geburtshäusern und Hebammenpraxen geboren (geplant)
15,2 % (15,6 %)  der geplanten außerklinischen Geburten wurden in die Klinik verlegt.

46,6 % (44 %) waren Hausgeburten
53,4 % (56 %) waren Geburtshausgeburten

Kaiserschnitt: Bezogen auf alle Frauen, deren Geburt außerklinisch geplant war, war bei 4,9 % (5,1 %) von ihnen ein Kaiserschnitt notwendig.

Einzelne ausgewählte Angaben aus der Dokumentation:

Spontangeburten 92,6 % (92,1 %) 
Erstgebärende    36,3 % (37,0 %)
Damm intakt       41,8 % (41,9 %)
Dammschnitt        3,1 % (2,9 %)

Keine mütterlichen Probleme nach der Geburt 93,3 % (94,3 %)

Sonstiges:
618 Hebammen waren in der Hausgeburtshilfe tätig.
Die Zahl der Hausgeburtshebammen ist in einem Jahr um 71 Personen gestiegen (2019 bis 2020).
109 hebammengeleitete Einrichtungen (Geburtshäuser), gestiegen um 4.

Motive für eine außerklinische Geburt:
Selbstbestimmung 80,9 %
vertraute, angenehme Umgebung 72,8 %
vertraute Hebamme 72,6 %
Geburtserfahrung 48,1 %
Sicherheitsbedürfnis 47,0 %

Ein Folgebericht für 2021 wird Mitte des  Jahres 2022 veröffentlicht.

12/2021